Sommerkonzert 2019

Konzertbericht

Am Sonntag, 16.06.2019, 16:00  Uhr, war  die Christuskirche mit ihrer ausgezeichneten Akustik als klangvolles Konzerthaus für das Sommerkonzert des Polizeichores wieder ein idealer Auftrittsort. Mit zusätzlichen Scheinwerfern ausgestattet konnten alle Beteiligten ins rechte Licht gerückt werden.

Unsere diesjährigen, musikalischen Gäste waren die Sopranistin Kerstin Pohle, der Tenor Christian Polus sowie das Landespolizeiorchester NRW unter Leitung von Scott Lawton. Die musikalische Gesamtleitung und Zusammenstellung des Programms, lag wieder im Verantwortungsbereich unseres Chorleiters Hans Bruhn.

Die aus Herne stammende Sopranistin Kerstin Pohle, eine an der Robert-Schuman-Hochschule in Düsseldorf ausgebildete Opernsängerin, aktuell auf Bühnen in Bremen, Essen und auch in einer Gesangsrolle am Schauspielhaus Bochum tätig, erwies sich mit den solistischen Auftritten als absoluter Glücksgriff. Der bekannte Tenor Christian Polus, seit vielen Jahren auf den Bühnen in der ganzen Welt unterwegs. Besonders als Mitglied und musikalischer Leiter  der „German Tenors“, einst von der Presse als erfolgreichstes Tenor-Trio Europas bezeichnet, blickt er auf eine mehr als 17jährige Bühnenpräsenz mit vielen TV-Auftritten sowie CD- und DVD-Einspielungen zurück. Heute ist er als Solist, Musikwissenschaftler, Stimmbildner und Stimmtherapeut im Einsatz. Mit seinen Stücken überzeugte er in unserem Konzert auf ganzer Linie. Das Landespolizeiorchester NRW (LPO) mit seinem Leiter Scott Lawton bestätigte seinen ausgezeichneten Ruf als hervorragendes Ensemble und präsentierte sich wieder in ausgezeichneter Verfassung. Scott Lawton setzte sich auch an den Flügel und begleitete mit gefühlvollem und beeindruckendem Tastenspiel die Chorauftritte.

Nach dem Sängergruß der Deutschen Polizei und der Begrüßung vieler Ehrengäste, eröffnete das LPO das Konzert mit der Schwedischen Rhapsodie“ von Hugo Alfen. Mit zwei Klassikern, dem „Frohen Sängermarsch“  von Jakob Christ und „Trösterin Musik“ von Anton Bruckner eröffnete der Polizeichor das gesangliche Programm Mit einer Arie von Giacomo Puccini, „Quando m’envo“,  trat erstmals die Solistin ins Scheinwerferlicht. Das Tenorsolo „No puedo ser“ von Pablo Sorozabal folgte mit Christian Polus. Natürlich wurden alle Darbietungen vom Publikum mit viel Applaus bedacht. Bei dem nachfolgenden Auftritt des Polizeichores forderten die Sänger mit dem „Studentenchor“  von Jaques Offenbach den Wirt in recht rabiater Weise zum Ausschenken von Bier und Wein auf, was deutlich aus dem Text zu erfahren ist. Mit einer Komposition von Scott Lawton mit dem Titel „Septenara Jubilee Ragtime“, begeisterte das LPO die Besucher. Es handelt sich hierbei um eine aktuelle Komposition, die Scott Lawton aus Anlass von „100 Jahre Polizeimusik“ geschrieben hat. Christian Polus als Solist und der Polizeichor präsentierten danach das Edvard Grieg-Stück „Landerkennung“. Mit Christian Polus wurde es danach spanisch. „Granada“, ein Welterfolg von Augustin Lara, heizte den Konzertsaal weiter auf. Ein weiterer Klassiker aus der Operette vorgetragen von  Kerstin Pohle, „Mein Herr Marquis“  von Johann Strauß, steigerte noch die Stimmung. Der erste Teil des Konzertes wurde vom Polizeichor mit zwei Liedern beendet.  „Stay with me till the morning“,  ein Titel des ehemaligen Chorleiters vom Polizeichor Twente Enschede, Henk Kleinmeyer, der nach einer Melodie aus dem 2. Satz des Klarinttenkonzerts in A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart diesen Titel erarbeitet und getextet hat. Wie facettenreich das Konzertprogramm war, erkennt man auch an dem letzten Titel im ersten Teil, ein Karnevalslied, „Dicke Mädchen haben schöne Namen“ von J. Fröhlich und H. Schöner. Unbedingt zu erwähnen ist bereits jetzt nach dem Teil 1 die erneut ausgezeichnete, begleitende, Moderation von Dr. Siegfried Müller, der wieder unser Programm mit viel Hintergrundwissen und der entsprechenden Fröhlichkeit  den Konzertbesuchern vermittelte.

Im Teil 2 des Konzertes ging es nun Schlag auf Schlag. Eröffnung durch das LPO mit dem „Libertango“ von Astor Piazolla. Zweimal dann der Polizeichor mit „Hello Dolly“ (Jerry Herman) und „Supercalifragilisticexpialigetisch“ (Robert B. Sheman). Es folgten die Solisten, Kerstin Pohle mit „Somewhere over the rainbow“ (Harold Arlen) und Christian Polus mit „Core n‘ grato“ (Salvatore Cardillo). Für die nächsten Auftritte war das Tempo entscheidend. Mit dem Polizeichor und der „Troikafahrt”  (Otto Groll) ging es flott los. Das Tempo wurde aber durch das LPO und den „Hummelflug“ (Rimsky-Kosakow) übertroffen und fand, besonders für die Musikerin an der Querflöte, tosenden Beifall. Dann ging es mit dem Polizeichor zum Kaffeetrinken, „Aber bitte mit Sahne“ (Udo Jürgens). Es folgte „Always look on the bright side of life“ (Erik Ihle). Kerstin Pohle erhielt für das Lied  “Bachianas Brasileiras No. 5 von Heitor Villa Lobos  großen Applaus, Christian Polus traf anschließend mit dem Leharstück, „Dein ist mein ganzes Herz“ richtig ins Herz der Zuhörer. Der Polizeichor beendete das offizielle Programm mit „Tage wie diese“ (von Holst).

Das von unserem Chorleiter Hans Bruhn zusammengestellte Musikprogramm, bestehend aus Klassik, Musical und Schlager, in dem auch die Solisten glänzten und das Landespolizeiorchester NRW mit tollen Orchesterstücken hervorstach, brachte den gewünschten Erfolg. Dr. Siegfried Müller, bereits seit drei Sommerkonzerten unser Moderator, fand immer die richtigen Worte und überzeugte nicht nur durch den Inhalt, sondern auch durch seine wohlklingende und angenehme Bass-Stimme. Das  Publikum belohnte alle Vorträge mit einem lang anhaltenden Schlussapplaus und wurde dafür über das Programm hinaus mit drei weiteren Zugaben belohnt.. Conquest of Paradise von Vangelis/B.H. Giese, “Mala Moja” von Arnold Kempkes  waren zwei stark beklatschte Zugaben. Mit „Du bist niemals allein“ aus Carousel von R. Rodger war dann endgültig Schluss.

Vorerst  kein weiteres  Konzert  im  Anneliese  Brost  Musikforum
 

Der Polizeichor wird vorerst nicht mehr im Bochumer Musikforum auftreten. Grund dafür sind die Bedingungen in einem Entwurf eines Nutzungsvertrags für 2019 für den Eintrittskartenvertrieb. Bisher konnte der Polizeichor den Eintrittskartenvertrieb in eigener Zuständigkeit erledigen, was 2017 mit der ehemaligen Direktorin des Betriebsbüros für die Konzerte im großen Saal vereinbart wurde und beim Jubiläumskonzert 2017 und beim Sommerkonzert 2018 erfolgreich durchgeführt wurde. Wegen dieses Verfahrens konnten wir unseren Konzertbesuchern angemessene Eintrittspreise von 10.-€ bis 16.-€ anbieten. Für das Jahr 2019 sollte dies nicht mehr möglich sein. Der Eintrittskartenvertrieb sollte nun nur noch extern abgewickelt werden. Dies bedeutet ein nicht notwendiger Mehrkostenaufwand in einem vierstelligen Bereich, den wir nach Empfehlungen des Vertragspartners  ja auf die Konzertbesucher umlegen könnten, andere machen das ja auch. Die Eintrittspreise wären dann auf den Parkettplätzen mindestens 24.-€ für den üblichen Rahmen unserer Veranstaltung. Diese Erhöhung hat nichts mit den Kosten für die Benutzung des Musikforums (Miete, Aufwendungen für Technik und Personal, etc.) zu tun, beruht lediglich auf die nach unserer Sicht nicht notwendige Regelung für den Eintrittskartenvertrieb, der extern und nicht vom Musikforum erledigt werden soll.

Dies wollten wir unseren treuen Konzertbesuchern, die uns ausverkaufte Konzerte bescherten, nicht zumuten. Da trotz Interventionen das Betriebsbüro des Musikforums  auf  die Bedingungen des Vertragsentwurfes beharrte, hat sich der Polizeichor für die Abkehr vom Musikforum entschlossen.

Übrigens hat sich der Eintrittskartenvertrieb mit dem persönlichen Kontakt durch die Sänger bei unseren Konzertbesuchern seit mindestens 1986 für den Polizeichor bewährt und nie zu Beanstandungen (Doppelbelegung von Plätzen, nicht geeigneter Umgang mit Besuchern, die ein Handicap haben)  geführt, die uns als Grund für die neue Bedingung vom Musikforum genannt wurden. 

Sommerkonzert 2019 in der Christuskiche

 

Die Christuskirche, Kirche der Kulturen, haben wir in diesem Jahr auch für unser Sommerkonzert in Anlehnung vieler erfolgreicher Weihnachtskon-zerte als Konzerthaus ausgewählt. Nicht nur die ausgezeichnete Akustik und der gute Überblick von allen Plätzen hatten uns überzeugt, sondern wir können Ihnen auch wieder ein tolles Konzert mit ausgezeichneten Gästen zu einem angemessenen Eintrittspreis in guter Atmosphäre bieten, was bei den neuen Vertragsbedingungen des Musikforums für den Polizeichor zum Eintrittskartenvertrieb nicht mehr möglich  wäre. Enorm erhöhte Eintritts-preise wollten wir Ihnen nicht zumuten.

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